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Rückblende

Jetzt ist es soweit, in ein paar Stunden habe ich meinen letzten Arbeitstag bei Adimus beendet.

Ganze zehn Monate sind seit meinem ersten Eintrag vergangen, kaum zu glauben. Ich weiß noch, dass ich furchtbar nervös war, als ich als Auszubildene meinen ersten Tag hier hatte. Ich wusste nicht was mich erwartet und von der Materie hatte ich auch keinen Schimmer. Die Angst schon im ersten Monat zu versagen war bei mir schon immens.

Meine erste Aufgabe bestand im zusammenbau meines Rechners. Mir war furchtbar schlecht obwohl ich doch auch zuhause meinen Rechner aufgebaut habe. Doch es hat ja alles geklappt und als ich um 17 Uhr Feierabend hatte, war ich stolz und wusste nichts mit meiner freien Zeit anzufangen. Gewohnt war ich einen viel späteren Feierabend. Die Tage vergingen teilweise wie im flug und manchmal zogen Sie sich wie Kaugummi. An meinem ersten Schultag war ich weniger nervös, eher interessiert da meine Berufsschulzeit ja doch schon etwas länger vorbei ist. Zwar sind nur Jungs in der Klasse (jetzt wieder :-) ) aber über die Zeit hatte ich den Eindruck, dass man sich trotz allem gut verstanden hat. Auf diesem Wege, nochmal liebe Grüße.

Es gab auch einiges zu Lachen, manches was ich hier auch nicht geschrieben habe.

Als kleines Beispiel. Noch im alten Büro, es gibt Ärger mit dem Internet, die Leitung blieb nicht konstant. Oklein hat bei dem Internet Anbieter angerufen und seinem Ärger und seinem Frust freien lauf gelassen. Die Person am anderen Ende der Leitung hatte mein vollstes Mitgefühl. Als das Telefonat vorbei war, kam mein Kollege vom Kunden wieder und ich hatte ihm davon erzählt.

Ich: Olaf war total sauer. Der hat sich aufgeregt, die Person tat mir richtig Leid. Wusste nicht das der so sauer werden kann.

Kollege: Hat er den Hörer aufgeknallt?

Ich: Ähm, nö!?

Kollege: Dann war er auch noch nicht richtig sauer!

Zum Glück habe ich es das ganze Jahr nicht geschafft ihn so sehr zu reizen!!!

Schön waren auch die Tage im alten Büro, wenn ein Chef vom Kunden kam und dann immer auf und abgelaufen ist um uns zu berichten was alles passiert ist. Da bekommt man echt Genick schmerzen. Erst läuft er nach links dann STOP und ab geht es wieder nach rechts. Das zu erzählen ist nur halb so lustig, dass sehen dafür um so mehr.

Ebenfalls das Gerücht, dass Frauen in einem Raum anfangen zu reden und danach weglaufen und weiter reden, dass traf hier auch auf einige Kollegen zu. Allerdings war es ja ein großes Büro aber verstanden habe ich trotzdem kein Wort.

Für ein paar Tage habe ich auch mal einen Pflegehund mitgebracht. Ein Münsterländer Jagdhund, ein herzensgutes Tier. Er hatte schon nach ein paar Minuten alle Herzen erobert. Da der Hund etwas schüchtern ist, lag er den größten Teil neben meinem Schreibtisch und schlief, bis zu einem Moment.

Der Oklein war für ein paar Stunden weg. Als er wieder im Büro war, dauerte es keine fünf Minuten und der Hund lief brav hinter ihm her. Erstaunt schaute ich den Beiden nach, ungewöhnliches Verhalten vom Hund. Oklein konnte ihn auch nicht abschütteln. Als Oklein an seinem Schreibtisch war, machte der Hund brav sitz und legte sich vor seinem Schreibtisch. So gut hört er bei mir selten. Dann sah ich den Grund: oklein hatte Currywurst/Pommes. Als der Teller leer war und mein armes Hündchen komplett leer ausgegangen ist, kam er brav wieder zu mir und schmollte vor sich hin.

Ich könnte noch unendlich viele solcher Geschichten schreiben, doch witzig ist es wirklich nur, wenn man dabei gewesen ist. Wenn man die Gesichter und die Leute kennt.

Was ich hier gelernt habe, nicht nur in dem IT-Bereich sondern auch im sozialen Bereich, durch meine Kollegen und auch durch euch, dass wird mir keiner nehmen und ich bin froh, dass ich mich am Anfang nicht durch so primitive Kommentare wie die von Azubi0815 (dessen Name alles sagt) oder durch irgendwelche Beleidigungen, wie ich sei zu alt, habe abschrecken lassen. Zwar werden diese Leute jetzt “denken” Sie hätten recht gehabt aber ich und viele andere Wissen, dass es nicht so ist und das reicht mir.

Ich kann mich nicht genug Bedanken bei Euch und den Kollegen das ihr an mich glaubt und ich bin mir sicher, dass wenn einer was wirklich will, man alles schaffen kann, man muss nur wollen und den Mut dazu haben.

Leider muss Adimus jetzt erst einmal ohne Azubi auskommen aber ich hoffe, dass Sie bald einen oder eine neue finden die ebenfalls nicht ‘vorgeschädigt’ ist. Zumindest ist man hier nicht gezwungen Kaffee zu kochen oder aufzuräumen, wie es leider in manchen Ausbildungsstätten ist, dass schaffen die Männer ganz alleine. Adimus hat eine sehr schöne Ansicht gegenüber Azubis. “Sie lernen noch aber sie sind ein vollwertiges Teammitglied.”

Jetzt reicht es aber mit dem Geschnulze, hier wird man total sentimental. Ich räume jetzt meinen Platz um in Zukunft vielleicht auch mal als Mitleser und Kommentator zu agieren.

Ich wünsche euch alles Gute und vielleicht melde ich mich mal hier im Blog mit einem Kommentar.

Alles Liebe Ivonne

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4 Antworten zu “Rückblende”

  1. Martin sagt:

    Ja, wirklich sehr schade, dass du die Ausbildung nicht abschliessen wirst. Ich denke, du bist nun eine große und wichtige Erfahrung reicher und ich wünsche dir alles Gute weiterhin.

  2. xAndreasx sagt:

    Auch dein Schreibstil hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Wie wäre es denn mit einem Zahntechniker(azubi?)blog? :)

  3. Adrian sagt:

    Das echt schade, musste auch mal eine ausbildung abbrechen :o (

    MFG http://azubibox.de/PhoenixStyle/

  4. Moderne Ausbildung sagt:

    Schade, dass das hier wohl erstmal nicht weitergeht. Wir haben immer gern mitgelesen und uns für unser neues Azubiblog http://www.moderne-ausbildung.de auch einige Anregungen geholt.

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