Ausflug ins Rechenzentrum
Gestern konnte ich mich leider nicht mehr melden, da ich mit meinem Chef bei einem Kunden war. Dazu aber gleich mehr.
Erstmal zu meinem letzten Eintrag:Zum einen habe ich wirklich andere Distributionen gesucht, habe mich falsch ausgedrückt, die ohne init laufen um zu schauen was ich ändern muss, damit mein Debian auch ohne init bootet.
So, jetzt zur eigentlichen Geschichte:
Es war ein langer und ein sehr aufregender Tag. Wir haben letzte Woche wieder ein paar Sun Maschinen bekommen, 8 Stück um genau zu sein. 4 x mit einem Gewicht von ca. 124Kg und 4 x Server mit einem Gewicht von ca. 68Kg. Die wurden am Wochenende dann umgebaut und installiert. Gestern wurden sie dann zu einem Kunden nach Düsseldorf gebracht, ins Rechenzentrum und ich durfte mit
(freu).
Morgens wo ich in der Firma angekommen bin, habe ich es noch nicht einmal geschafft meinen Kaffee auszutrinken. Denn schon um halb neun ging es los. Die Server mussten erst einmal aus dem zweiten Stock nach unten (zur Zeit ohne Fahrstuhl). Dafür haben wir aber Hilfe bekommen und ich habe fleißig die Türen aufgehalten, war besser als nur blöd rumzustehen, da die Server für mich viel zu schwer sind. Dann kamen die Server auf den LKW und ich durfte mit dem Chef fahren. Ich war schon sehr nervös, wusste ja nicht was mich erwartet. Ein wenig Angst das man störe oder im Weg stehe war auch dabei.
In Düsseldorf angekommen ging es auch direkt ans ausladen und ab ins Rechenzentrum. Mich erwartete ein furchtbares Getöse. Das kam von den ganzen Lüftern der Rechner. Mein Chef sagte mir dann, dass die Lautstärke noch geht, da es nur ein kleines Rechenzentrum ist. Da fiel mir fast die Kinnlade runter, für mich war das schon recht groß obwohl es in drei Räume aufgeteilt ist. Es war genauso wie ich es aus dem Fernsehen kannte, hätte ich wirklich nicht gedacht weil die da ja meist übertreiben.
Lange konnte ich nicht staunen den wir waren ja zum Arbeiten da. Erst einmal erkundigte sich mein Chef wo die Server genau hin sollten. Gott sei dank hatten wir noch Unterstützung von drei anderen Leuten. Solange der Chef sich erkundigte, packten die Anderen aus. Ich brauchte noch etwas um zu Wissen was ich eigentlich tun sollte. Aber nach einigen Minuten fing ich dann auch mal an. Die Schienen, zum rein und raus Schieben der Rechner, mussten umgebaut werden da sie von der länge her einfach zu lang waren. Schon nach einer halben Stunde schrauben ist mir aufgefallen, dass die Lüfter nicht nur laut sind sondern auch sehr viel Wärme produzieren.
Nachdem wir die eine Sun eingebaut hatten ging es zum Essen. Im Anschluß hat mir einer der Mitarbeiter dann einiges über die Server und dessen Aufgaben erklärt. Ein Schrank war von beiden Seiten voll mit Festplatten die mit einem Raid 5 gespiegelt werden. Nur für diesen Schrank gibt es einen Laptop der darin eingebaut ist. Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen, wie groß solche Server sein können und wieviel Leistung die haben. Eine 890er gibt es dort zum Beispiel nur für Backups, als Unterstützung hat sie dann noch einen kleineren Server, ich mein das war eine 490er. Für die Backups mit Band gibt es da wiederum ein riesiges Bandlaufwerk. Das war schon cool.
Dann ging es an die großen Maschinen. Die waren schon ganz was anderes, ein Rackschrank musste umgebaut werden weil die sonst nicht genug halt gehabt hätten, dass warf uns über eine halbe Stunde zurück. Dann mussten natürlich erst einmal wieder die Schienen eingebaut werden und die dazu gehörige Schublade auf die der Server abgestellt wird. Das besondere für mich war, dass der Server mit seinen Rollen eingebaut wird. Da die aber so schwer sind, muss man an den Seiten erst einmal Haltegriffe anbringen.
Dann haben zwei Leute die Maschine auf die Schublade gehoben. Dann durfte ich die Griffe wieder abmontieren, sonst hätte der Server nicht mehr in den Schrank gepasst. Jetzt musste ich nur noch den Server festschrauben und der Chef konnte ihn anschliessen.
Das klingt vielleicht alles sehr einfach, ist es aber ganz und gar nicht. Hätte mir vorgestern einer von einem Rechenzentrum erzählt und wie lange sowas dauert, wäre ich ihm wohl etwas skeptisch entgegen getreten. Heute würde ich ihm jedes Wort ohne zu fragen Glauben. Geplant war das wir so gegen halb vier oder vier Uhr wieder zurück sind, um 20 Uhr war ich endlich zu Hause und habe die Couch behütet. Aber ich muss ehrlich zugegeben jede Minute hat sich gelohnt.
P.S.: Natürlich bekomme ich Überstundenausgleich.
15. Februar 2008 um 10:38
Vielleicht noch ein bischen mehr infos zu den Servern.
Es handelte sich um 8 Server von Sun
4* SunFire V890 mit je 64GB RAM und je 4*1800 MHz USIV+ Prozessoren
und 4* SunFire V490 mit je 32 GB RAM und je 2*1800 MHz USIV+ Prozessoren.
Beim dem Storage den Ivonne dort gesehen hat handelt es sich um ein SUN StorageTek System der 99**er Klasse im 2/3 Ausbau, d.h. der linke teil des 3er verbundes auf dem Bild fehlt.
http://catalog.sun.com/static_graphics/product/I1_hw_storedge9980_lg.jpg
Die Tape-Library ist meines Wissens eine L700 von Sun, also etwa sowas:
http://sunsolve.sun.com/handbook_pub/validateUser.do?target=Systems/L700/L700
Ivonne hat sich übrigens vom Service-Techniker der mit war und auch von mir ein dickes Lob abgeholt weil sie ordentlich mit angepackt hat!