HowTo zu LVM
So, hier kommt mein erstes kleines HowTo zu meiner letzten Aufgabe, dem Logical Volume Manager. Natürlich hier unter Debian Etch 4.0.
Kurz noch einmal die gesamte Aufgabe: Erstelle eine Parttion mit LVM und darauf ein Homedirectory mit der Bezeichnung: oklein. Zusätzlich lege einen neuen User Namens oklein an!
# => prompt
Logical Volume Manager
Als erstes brauchen wir einen LVM Treiber. Da ich diesen beim installieren des Betriebssystem noch nicht kannte, muss ich es jetzt natürlich nach installieren. Also muss ich mich als erstes als root Anmelden.
# su und Passwort.
Jetzt müssen wir dselect starten, um darin nach dem passenden Package zu suchen. Also
# dselect
und wir landen im Debian-Paket-Verwaltungs-Frontend.
Wenn dselect gestartet ist, sieht unser Bildschirm so aus:
0. [A]ccess Wählen Sie die gewünschte Zugangsmethode.
1. [U]pdate Update der verfügbaren Pakete, wenn möglich.
2. [S]elect Anfrage welche Pakete Sie auf Ihrem System möchten.
3. [I]nstall Installation und Upgrade der gewünschten Pakete.
4. [C]onfig Konfiguration von unkonfigurierten Paketen.
5. [R]emove Entfernen unerwünschter Software.
6. [Q]uit dselect beenden.
[some other stuff]
Wir wählen Menupunkt Nr. 2 aus und darin geben wir LVM ein. In diesem Verwaltungsprogramm können wir nach schauen, welche Pakete uns zur Verfügung stehen, oft stehen uns auch verschieden Pakete zur Auswahl. Mit Slash wird die Suche gestartet, also hier
# /lvm.
Zum Glück hatte ich direkt das passende Paket gefunden, falls dies einmal nicht der Fall ist, kann mit dem Backslash weitergesucht werden ohne immer wieder die Eingabe zu wiederholen. Jetzt können wir mit Return wieder raus und auf Menupunkt Nr. 4 lässt sich das gewünschte Paket dann installieren.
Ist die Installation beendet. Nun benötigen wir nur noch eine freie Partition dessen Typ LVM ist.
Leider erkennt der PC nicht sofort die neue Partition, somit müssen wir ihn rebooten. Da wir im Moment in der Bash sind, reicht es den Befehl
# reboot
einzugeben.
Um die LVM-Kommandos auch zu nutzen, wird die Datei /etc/lvmtab und das Verzeichnis /etc/lvmtab.d voraus gesetzt. Diese können mit
# vgscan -v
erstellt werden. Beide enthalten nämlich die LVM-Konfigurationsdaten.
Physical Volume einrichten
Wir geben ein
# pvcreate /dev/hda8
PC: File descriptor 5 left open
Physical volume “/dev/hda10″ successfully created
(war bei mir Partition 8). Damit wird ein physical Volume erstellt. Danach brauchen wir noch eine Volume Group, die wir mit dem Befehl
# vgcreate vg /dev/hda8
PC: File descriptor 5 left open
Volume group “vg” successfully created
( vg => gewünschter Name der Volume group). Der Name meiner Volume Group war zwar nicht sehr einfallsreichaber für den ersten Versuch dachte ich, wird es schon reichen.
Logical Volume
Ähnlich wie bei PV und VG benötigen wir hier den Befehl
# lvcreate -n lv1 -L 5GB vg .
PC File descriptor 5 left open
Insufficient free extents (952) in volume group vg: 1280 required
lvcreate ist der Befehl um ein logical Volume zu erstellen. Die Option -n gibt mir die Möglichkeit meiner Logical Volume einen Namen zu geben, hier also lv1. Mit -L gebe ich die Größe also 5GB und danach noch vg als Bezeichnung meiner Volume Group an.
Jetzt brauchen wir natürlich noch ein Dateisystem, gewünscht war Ext3. Es gilt mittlerweile als Standard-Dateisystem unter Linux. Der Befehl lautet hier
# mkfs -t ext3 /dev/vg/lv1.
mkfs = Bedeutet ‘make filesystem’ zu deutsch ,erstelle Dateisystem. Die Option -t, steht für Typ und erlaubt mir selber zu entscheiden ob ich ext3 oder vielleicht reiserfs oder ein ganz anderes Dateisystem haben möchte. Danach dann noch die Bezeichnung der Partition. Mit der ersten Aufgabe sind wir somit fertig und können uns jetzt an das erstellen eines Homedirectorys machen. Aber vorher fehlt noch eine Kleinigkeit und zwar die Änderung in der fstab. Da müssen wir mit unserem Editor, bei mir vi, einen neuen Eintrag machen. Der Befehl lautet also
# vi /etc/fstab.
Wir springen in die letzte Zeile und drücken auf a oder i um in den Eingabemodus zu wechseln und geben nun den Partitionsnamen, den Mountpoint, den Filesystem Typ, die Option, Dump (Backup-Programm) und Pass, also die boot Reihenfolge ein. Das Meiste kann übernommen werden außer Partitionsname, Mountpoint und ganz wichtig die Pass, diese sollte am besten auf 3 stehen und das /home auf 2.
Um besser Vi-Befehle zu lernen empfehle ich die Seite
http://phyma.phyma.uni-konstanz.de/tutorials/vi.html
Übrigens VI heißt Visual Interface und wurde 1976 von Bill Joy für eine BSD-Version geschrieben. Heute ist es ein standardisierter Editor.
Homedirectory
Nun gehen wir aber wirklich zum Erstellen des Homedirectorys, dazu wird der Befehl
# mkdir
gebraucht. mkdir = make directory, unseres sollte /home/oklein heißen. Es wird ein directory unter /home erstellt mit der Bezeichnung ‘oklein’ erstellt. Kurz
# mkdir /home/oklein.
Dahin mounten wir dann unsere neue Partition mit dem Befehl
# mount -t ext3 /dev/vg/lv1 /home/oklein.
Wenn wir jetzt den Befehl
# df
eingeben sehen wir ganz unten die Zeile
/dev/mapper/vg-lv1 10321208 142720 9654200 2% /home/oklein
Somit ist auch unsere zweite Aufgabe erledigt. Das dritte war einen neuen User anlegen und ihm die nötigen Rechte zuzuordnen.
User anlegen und Rechte verteilen
Ein neuer User wird mit useradd angelegt. Der Befehl lautet also
# useradd -c "Name" -d /home/oklein oklein.
Useradd ist der Befehl zum Anlegen eines neuen Users und -c steht für den Kommentar, darin wird dann der Name eingetragen. Die Option -d gibt das Homeverzeichnis an, also hier /home/oklein. Das letzte oklein steht für den Usernamen. Jetzt muss er nur noch Rechte zugewiesen bekommen, dies geschieht mit dem Befehl chmod.
Der chmod-Befehl arbeitet mit einem Zahlensystem um das gleichzeitige Setzen von Rechten für Eigentümer, Gruppe und sonstigen in einem Befehl zu packen. Somit würde der Befehl für den User oklein lauten:
# chmod 744 /home/oklein
Jetzt ist die Aufgabe beendet. Rechtschreibfehler dürfen behalten werden aber sollte etwas in dem HowTo nicht stimmen, bitte ich um Benachrichtigung. Falls es bei euch nicht klappen sollte, schreibt einfach und wir schauen gemeinsam nach einer Lösung.
Bis zum nächsten Mal.
16. Oktober 2007 um 09:30
…bis auf die komische Visualisierung der Bash-Befehle (monospace-Schrift finde ich klasse, aber dieser Halbrahmen ist… komisch) gibts nix zu meckern.
Danke für das schöne HowTo!
16. Oktober 2007 um 19:45
Schwesterchen, machst ja schnell Fortschritte, Respekt
. Weiter so.
.
Nur so nebenbei, da ich das “Problem” schon hatte. Die maximale LV Größe
hängt von der gewähten PE Größe ab. Default sind die PE’s 4 MB und da
maximal 65536 PE’s erzeugt werden können, ergibt sich bei dir eine
maximale LV Größe von 256GB. Bei 32MB sind es schon 2TB
03. Dezember 2007 um 00:47
Das Anlegen eines Benutzer samt Homeverzeichnis macht man unter Debian nicht mehr so, wie hier beschrieben. Der “Debian-way” wäre die Verwendung des Kommandos “adduser”. Das kennt unter anderem auch den Parameter –home, mit dem man ein Homeverzeichnis angeben kann, das nicht identisch lautet, wie der Username, und auch nicht unter “/home” liegen muss.
Ansonsten stört mich nur die Fehlermeldung, dass nicht genügent Extents verfürgbar sind und das LV nicht angelegt werden kann. Entweder auf den Fehler auch eingehen, oder aber ohne Fehlermeldung hier hinkopieren
Zu diesem Fehler: Natürlich kann man kein LV anlegen, das die verfügbare Größe in der VG überschreitet. Das nicht so elegante aber funktionierende Methode reicht es aus, eine “utopische” Größe anzugeben, damit man die verfügbaren Extents angezeigt bekommt.
Ansonsten recht schön erklärt
Danke